Kinoprojektion

Ein Gedicht von Max Vödisch
Das Licht erlischt, die Leinwand glimmt,
ein fremder Pulsschlag, der mich nimmt.
Die Pupille trinkt das matte Licht,
bis mein eigenes Sein im Innern bricht.

Ein Schuss – mein Herz schlägt wild und schwer,
ich bin nicht ich, ich bin noch mehr.
Der Gangster stiehlt, ich spür die Gier,
sein kaltes Lächeln wohnt in mir.

Ein Kuss im Regen, scharf und heiß,
der Körper bebt als stiller Beweis.
Ich liebe, leide, brenne mit
und folge jedem Handlungsschritt.

Der Horror kriecht mir ins Gehirn,
ein kalter Schweiß auf meiner Stirn.
Ich fliehe mit, vom Wahn gehetzt,
von fremder Angst ganz tief besetzt.

Ein Knopfdruck nur, das Bild zerbricht,
der Geist verstummt im Gegenlicht.
Zurück bleibt nur ein leeres Ich,
das sucht, was eben noch entwich.

Informationen zum Gedicht: Kinoprojektion

23.10.2026
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Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.