Karneval-Fasching-Maskenball

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Dort wo einst die Armee marschierte
mit Ex-Schritt links –zwo- drei- vier
man die gleiche Bühne präsentierte,
und es stehen jetzt andere Leute hier.

Auf der Straße immer noch Paraden,
oft im Walzerschritt drei-vier,
aber nun mit hübschen Waden
und auch gut rasiert dafür.

Einst waren sie regimenterweise verkleidet,
mit Helm und Käppi für das Haupt,
die Kinder haben sie beneidet,
weil ihnen das Schiessgewehr erlaubt.

Rot floss das Blut, konnte man nicht weichen,
schwarz waren die Leuchtkugeln in der Nacht,
gelb leuchteten die Raupenschlepperrangabzeichen,
denn so wurde Maskenball gemacht.

Damals gab es nur eine Jahreszeit, die Bereitschaft,
wir trugen Fußlappen statt Strümpf,
nun geht zu Ende die politische Büttenschaft
mit der Jahreszeit Nummer fünf.

Tolle Wagen heute paradieren,
früher sah man Generäle an der Spitze kriechen,
jetzt Völker in den Hochburgen marschieren.
angeführt von Tanzmariechen.


Konfetti wird knallend verpufft,
zumeist zentnerweise,
und wie Raketen in der Luft
gehen Kamellen auf die Reise.


Es klingen die Lieder
man singt gleich im Chor,
es schaukelt manch Mieder,
und oft schaut es hervor.

Man aktuelle Transparente trifft
und grüßt manch Durchlaucht.
Die Wagen zeigen als Bilderschrift
was das Volk will und braucht.

Drum Kinder der Straße
stellt Euch an den Rand.
Vergesst nicht die Schirme,
die verkehrt man aufspannt.

02.03.2018 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Karneval-Fasching-Maskenball

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02.03.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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