Jeder muss sein Päckchen tragen

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Heute könnte ich vieles sagen,
könnte jammern und auch klagen.
Denn man hat mich heut beraubt,
auch wenn es die Polizei nicht glaubt.
Man hat mich doch fast erstochen,
durch das Fleisch bis auf die Knochen.

Man raubte mir seltene Stücke,
die ich brauch zu meinem Glücke.
Damit ich nicht viel mitbekam,
ein Helfer mir die Brille nahm.
Und dann völlig ungesund
bekam ich etwas in den Mund.

Ehe ich dabei war es zu schlucken,
musste ich es wieder spucken.
Rundherum die wenigen Leut
haben diebisch sich gefreut.
Einer stahl, die andern schauten,
selber sie sich wohl nicht trauten.

Mit kleiner Nadel und dünnem Faden
versteckten sie den neuen Schaden.
Heute Abend, wenn vorbei der Wahn,
bekomme ich ihn, den neuen Zahn.

31.01.2019 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Jeder muss sein Päckchen tragen

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01.02.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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