Im Spiegel

Ein Gedicht von Claudia Behrndt
Wer ist im Spiegel die Frau?
Sie wirkt wie Haut und Knochen nur.
Mit Grauen sehe ich sie genau,
als hungere sie schon Wochen pur.

Ich weiß, obwohl sie nicht mehr spricht,
dass sie ihr Essen wieder erbricht.
Dazu noch Mittel nimmt, verstohlen –
Ihr Körper ist ihr fremd, befohlen.

Ihr Denken kreist in engem Raum,
nur um Gewicht und Körperform.
Gefangen wie in einem Traum,
bis Triebe brechen jede Norm.

Dann kauft sie Süßes, viel zu viel,
verschlingt es hastig, ohne Ziel.
Was folgt, ist Scham und großes Leid,
dazu noch Wut und Einsamkeit.

Die Frau im Spiegel – ich kenne sie
und ihre Krankheit: Bulimie

© Claudia Behrndt
(älteres Gedicht von ´2013)

Informationen zum Gedicht: Im Spiegel

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19.03.2026
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