Im Gesetz des Echos

Ein Gedicht von Max Vödisch
Du wirst lernen, dass es einen Schnitt gibt im Licht,
eine feine Narbe zwischen dem,
was du schützt und dem, was du brichst.

Sieh hin: Jemand feuert ins Offene,
ohne Ziel und ohne Gesicht.
Die Luft merkt sich alles,
auch wenn die Stille verspricht,
dass nichts geschah.

Glaub nicht, du seist frei,
nur weil das Blei dich bisher mied.
Schuld ist ein geduldiger Jäger,
der lautlos durch die Jahre zieht.
Sie wartet nur, bis die Zeit dich findet.

Beug dein Haupt. Nicht aus Furcht vor dem Schlag,
sondern aus Wissen um das Echo.
Was heute flieht, kehrt eines Tages heim
als Antwort, die du geben musst.

Erheb die Stimme. Nicht um die Welt zu retten,
sondern um nicht länger Teil des Schweigens zu sein.

Informationen zum Gedicht: Im Gesetz des Echos

7 mal gelesen
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11.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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