Horizonte zerzausen
Ein Gedicht von
Reinhold Welter
Hingegeben die Kraft, wie ein verdammter Narr,
immer emsig am Werk, vieles noch nicht gewusst,
nur gefühlt, es gibt mehr noch,
als sich jemals erfassen lässt.
Klarheit hält sich zurück, drängt sich nicht auf mit Macht.
Sie erscheint und tritt ein, wie ein verirrter Gast,
ohne fragen zu müssen,
denn auch Antworten braucht sie nicht.
Nicht Berechnung war Trumpf, auch wenn der zähe Kampf
all der Strebenden hart, grausam und rücksichtslos,
jeden aufscheuchend mitriss,
war der Sog nicht so groß, dass mir
ohne Not es gelang, einfach nur da zu sein,
allem Treiben zum Trotz über den Rand zu schaun,
ankernd in der Verdammnis,
vogelfrei und fast schwerelos,
unwillkürlich gespannt bis in das Mark hinein,
dass Gedanken dann weit, brennend durch Herz und Hirn,
ausstrahlen, durchdringend ausstrahlen
konnten... Strebende, strebt befreit...
Macht das Experiment jenseits des Horizonts,
der die Sicht nur verengt durch den gespitzten Blick.
Unumgänglich erweist sich,
dass es immer ums Ganze geht.
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