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Anzahl Gedichte: 61
Anzahl Kommentare: 6
Gedichte gelesen: 28.863 mal
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Titel
61 Im Überschwang
Vorschautext:
Auf strahlend vielversprechenden Bahnen
bewegen wir uns widerstandslos
und schwenken unsre Siegesfahnen,
erscheint das Glück so riesengroß.

In licht- und glanzerfüllten Gefilden
verbringen wir gern emsig die Zeit,
entfernt vom unvermittelt Wilden,
das lieber verstört im Dunkeln bleibt.

Im ausgerichteten Scheinwerferkegel
manch augenblicklicher Wunsch nur stört,
...
60 Innenperspektive
Vorschautext:
Wie in einem Kraftstrom
unverzagt jonglierend,
lernen wir sehr bald schon
siegen und verlieren.

Immer aufwärts, weiter
soll es mit uns gehen.
Keine hohe Leiter
ist jedoch zu sehen.

Bunt ist´s mittendrin,
strömemd allemal
...
59 Wie sie sich nächtens sammeln
Vorschautext:
Von weitem tönt es pochend durch die Nacht.
Zu später Stunde pilgern Menschenmengen,
um sich in einen vollen Saal zu zwängen.
Und bald sind sie um ihren Schlaf gebracht.

So bunt das Flackern... Alles tobt und lacht
zu druckvoll wummernd aufgepumpten Klängen.
Lianenmenschen tanzen, schlingern, drängen.
Die Schwerkraft hat nicht mehr die Hoheitsmacht.

Zersprengt die Fesseln. Niemand wird`s verraten.
So wollt ihr über euch hinaus doch gehen,
...
58 Keine Träne lohnt`s zu weinen
Vorschautext:
Viele Tode,die wir sterben.
Viele Masken, die wir tragen.
All die Gründe zu verbergen
kostet sehr viel Kraft und Nerven.

Welch ein furioses närrisches Spiel...
57 Bewegung entsteht
Vorschautext:
Die Welt bedeutungsschwer erfüllt -
mit jedem Wort verknüpft sich Sinn,
der sich sogleich noch nicht enthüllt,
bis ich dafür empfänglich bin.
56 Verfahren
Vorschautext:
Verschwimmende Wege im Zuge der Zeit.
Verschiebung der Orte der Anwesenheit
in steter Entfernung von denen, die einst
so wichtig waren... Nun bin ich hier ,
wo streng die ausgerichteten Blicke
in immer weiter zunehmender Dichte,
mit durcheinander palavernden Mündern
durch die Abteile rauschen und schnaufen.
Ich spüre das pochende Vorwärtstreiben
in vollen Zügen... Nur wohin?
Verschwommen die Aussicht und niemand der zuhört.
55 In der Mitte des Lebens
Vorschautext:
Vorbei der Schub
der sprühenden Tage,
gespeist aus goldnem Tau.

Verfüttert die Jahre,
gefräßig die Mäuler.
Der Hunger ungestillt.

Gespinste, die bleiben,
den Glanz zu bewahren,
der nimmermehr kommt
54 Kein bloßes Verwobensein
Vorschautext:
Nicht einfach strahlend blau,
ornamental gesprudelt
erscheinen dem un-fixiert schweifenden Blick
am Himmel
die Kräuselungen des Lichts

und gleißend lädt
auf blühenden Wellen
der Sonnenwiderschein
zum Drüber-wandeln ein,

genauso
...
53 Ansprache - Gegenreden
Vorschautext:
Ungläubige, Unwissende,
Träumer aller Art,
bleibt ganz unbesorgt...
Das Rätsel dieser Welt
uns doch zum Narren hält.
Nur das Glück kann niemand missen,
ist es auch nicht mehr als nacktes Hoffen.

Doch, wer weiß denn schon was zählt?

Wer weiß was zählt, hat gut gerechnet.
Wir rechnen viel und notgedrungen
...
52 Kleinkämmerer
Vorschautext:
Wir kommen nicht heraus
aus unsren engen Kammern,
denn hier sind wir zuhaus
und bleiben´s wohl noch lange.

Wir dringen einfach nicht vor
in krafterfüllte Zonen.
Nur manchmal schießt´s empor
als wären´s Explosionen.
51 Trichterische Verwandlungsdynamik
Vorschautext:
Anfallsartige Verzweiflung steigert sich
beim Versuch plumper Eindämmung
unweigerlich,

aufzufordern zum Tanz
um den Marterpfahl des Lebens,
wirbelnd die Schwerkraft auszuhebeln,

durch das hochschießend sich eröffnende
blaue Trichtermaul ins Weite,

wo ein goldener Lichterschauer
...
50 Realisierung
Vorschautext:
Wenn schwebende Möglichkeiten
aus schwerelosem Raum
sich winden in die Zeiten
als wärs aus einem Traum,
pulsiert das Leben wild,
verwandelt sich die Welt.
49 Aus der Versenkung
Vorschautext:
Der reine Geist aus reinem Herzen spricht:
"Ja,ich bin rein, die Welt ist schlecht,
nur weiß ich nicht, woher ich komme
und ob ich es vielleicht nur träume.
Je reiner ich mir erscheine,
je mehr bin ich alleine."

Die Form zerbricht
im Angesicht des Nichts.
Die Stille winselt nach Fülle .
48 Frei
Vorschautext:
Es trübt kein hehrer Anspruch,
schwebt die Sicht befreit,
verwandelt zum Gesangsbuch,
weder hoch noch breit.
47 Was wiegt ein Sieg?
Vorschautext:
Wenn Jubelschreie hoch vibrierend schwingen,
vereinzelt und zuhauf sich Menschen bäumen,
vom Scheitel bis zur Sohle restlos schäumen,
die Blicke raumlos weit und strahlend dringen.

dann scheint die ganze Welt ein Lied zu singen,
darf niemand seinen Einsatz jetzt versäumen,
als wärs ein Traum, den sie gemeinsam träumen.
Zugrunde liegt jedoch ein zähes Ringen

und hohe Spannung trunken sich befreit,
die vorher bangend um den Sieg errichtet.
...
46 Horizonte
Vorschautext:
Verlorenheit im Anzug
mit Frösteln im Jackett.
Verdammnis ohne Anspruch
auf ein warmes Bett.

In Steigerungen streben wir,
getrieben von der steigenden Flut
ins nächsthöhere Revier
und hängen doch nur in der Luft.

Ein übergreifender Balanceakt.
Von innen her spricht er sich weitend fort.
...
45 Auf dem Weg
Vorschautext:
Kristallene Weiten
durchdringen den Raum
verhärteter Zeiten
und brechen ihn auf
44 Zusammen
Vorschautext:
Es ist kein direkter Kampf um Leben und Tod,
kein Sturmlauf oder Bürgerkrieg,
der unsre Zivilisation bedroht,
wenn´s überhaupt Bedrohung gibt,
vielmehr ein Stocken, Anspannung,die steigt,
vergeblich sich zur Ruhe zwingt,
stattdessen weit vorausschauend verzweigt
und dennoch keine Sicherheit bringt.
Kontrolle bis zur Regungslosigkeit,
wobei man trotzdem vorwärts schießt
und rauschend wie in unterirdischer Bahn
durch Fensterhöhlen Schwärze fließt.
...
43 Fauler Zauber
Vorschautext:
Die Worte hüpfen
hinter dem Vorhang hervor
und tanzen gern Ballett

proben mitunter den Aufstand
spielen verrückt

zerfasern komplett
das Bühnenbild und
schaffen so den Stolperraum
fürs ausschweifende Gemüt
42 Blendung
Vorschautext:
Glitzerrausch, Sprühfontänen,
deren Regenbogenfarben zitternd
zu den Jungfernufern geleiten,
den gut besuchten Stiegen am Rand,
den Blick zu senken vor der Pracht
der rahmenden Palastanlagen,
nach vorne hin offen,
wo die weißen Dampfer mit buntem
Getümmel an Deck müde
übers gleißende Wasser tuckern.

Wohin den Blick nur wenden,
...