Hans-guck-in-die-Luft der Neuzeit

Ein Gedicht von Horst Fleitmann
Die Geschichte von Hans-guck-nur-aufs-Display
Frei nach Dr. Heinrich Hoffmann´s "Hanns-guck-in-die-Luft" in die heutige Zeit versetzt.

Wenn der Hans zur Schule ging,
Stets sein Blick am Handy hing.
sah nur Facebook, Mails und hey..
schaut ganz stur nur aufs Display:
vor die eignen Füße dicht,
ja, da sah der Bursche nicht,

Jeder schrie nur noch auwei:
"Seht den Hans-Guck-aufs-Display!" 


Kam ein Hund daher gerannt;
Hänslein blickte unverwandt
auf sein Handy… und er sah,
nicht den Hund und was geschah?
Stolpert plumps … da liegen zwei!
Hund und Hänschen nebenbei.


Einst ging er an Ufers Rand
mit dem Handy in der Hand.

Nach dem blauen Himmel hoch
sah er nie, nur´s Handy noch.
Grad als er sein Facebook checkt
hat er nicht den Fluss entdeckt
und drei Omas nah am Rhein
schauen ziemlich schaurig drein.

Noch ein Schritt! und plumps! Der Hans
stürzt hinab kopfüber ganz! –

Die drei Omas, rufen dann
schnell den Rettungswagen an.

Doch zum Glück, da kommen zwei
Männer aus der Näh' herbei,
haben schließlich dann mit Stangen
diesen Hans noch aufgefangen.


Seht! Nun steht er triefend nass!
Ei! das ist ein schlechter Spaß!

Wasser läuft dem armen Wicht
aus den Haaren ins Gesicht,
aus den Kleidern, von den Armen;
und es friert ihn zum Erbarmen.

Die drei Omas, auf der Bank,
lachen krumm sich und fast krank.

Hören Hänschens Mords-Geschrei.
Als die Technik schwimmt vorbei.

© Horst Fleitmann 2014 Text / Klaus Heinzl (Zeichnungen)

Die herrliche Bildergeschichte zu diesem Gedicht, illustriert von Klaus Heinzl
Ist anzuschauen bei YouTube unter der Adresse:

https://m.youtube.com/watch?v=FOJqQNaH7HA

Informationen zum Gedicht: Hans-guck-in-die-Luft der Neuzeit

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23.03.2016
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