Hätten wir uns

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Hätten wir uns

Hätten wir uns an anderer Stätte getroffen,
Wer weiß, was uns nicht gelungen wäre,
Um Nähe so ins Bewusstsein zu nehmen,
Wie sie uns später doch glücken konnte,
Weil Zauber unsere Beziehung besonnte,
Wofür wir uns nicht hatten zu schämen,
Denn es nahm uns Schwere und Leere:
Es gab keine Verletzung, wir durften hoffen.

Da waren auch keinerlei Drogen mächtig,
Sie beherrschten niemals unseren Alltag,
Drängten uns auch zu keinem Einwerfen,
Zerstörten uns nicht den Zugang zur Welt,
Haben keine Empfindung bei uns abbestellt,
Kein Drang ging uns ständig auf die Nerven,
Weil man so sein Selbst als Wert noch mag,
Denn jeder Rausch ist nur scheinprächtig.

So verschwenden wir bis heute keine Lebenszeit,
Denn keine Droge zerbricht unsere Beziehung;
Mit Fleiß verrichten wir, was anfällt an Arbeit,
Dämmern nicht auf einen nächsten Schuss hin,
Sondern suchen nach unserem Lebenssinn,
Denn der allein macht uns liebesbereit,
Leitet uns tagtäglich, stärkt die Bemühung
Und bringt uns weg von Wahnsinn und Leid.

©Hans Hartmut Karg
2026

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Informationen zum Gedicht: Hätten wir uns

12.10.2026
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