Guan-Yin (Kannon)

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Sie fährt auf dem Drachen
und ruht auf dem Haupt
Er öffnet den Rachen,
doch hat nur geschnaubt

Sie geht durch das Leben
in Stille und Fried,
ist Freund allen Wesen
verschenkt ihre Lieb

Sie sitzt an dem Meere
und schöpft etwas Nass
Sie weilt in der Leere
und kennt keinen Hass

Der Weide, sie biegt sich
so sachte im Wind
Wem gleicht sie? Oh sprich!
Dem spielenden Kind

Der Lotus blüht unten
im schweigsamen Teich
Sie hat ihn gefunden,
ward erlöst und so weich

Nun heilt sie und stillt
aller Wesen Begier,
so kraftvoll und mild
im Jetzt und im Hier

Wir sind es doch selbst,
jeder fühlt, kann versteh'n
Wie du dich verhältst,
so kann es gescheh'n

Amm.: Guan-Yin (chinesisch) bzw. Kannon (japanisch) ist das personalisierte Symbol für Mitgefühl in der buddhistischen Tradition. Man bewahrt eine liebevolle Haltung gegenüber der Welt, wie sie ist: Man tötet den Drachen nicht, man reitet auf ihm – man verflucht nicht die tosende See, man bleibt ruhig, nimmt eine Flasche Wasser und nutzt sie, um die karmische Hitze zu reinigen, zu heilen und zu kühlen. Ihre Attribute sind eine Vase mit Wasser und ein Weidenzweig – Wasser ist das weibliche Element und die Weide steht für Flexibilität und Anpassungsfähigkeit im Leben. Oft ist der Drache ihr (untergeordneter) Begleiter oder sie sitzt am (aufgewühlten) Meer: Beide stehen für die mächtige Kraft und Vielfalt des Lebens: https://youtu.be/nTbzsPCz9Kc

Informationen zum Gedicht: Guan-Yin (Kannon)

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13.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.