Grau

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Das Grau hat nicht den besten Ruf,
wer diese Farbe wohl erschuf?
So zwischen Schwarz und Weiß gelagert
ist sie doch farblich abgemagert

Novembernebel, Langeweile,
Melancholie und Altenteile
Graue Panther, graue Bauten -
Steine, die die Maurer hauten

Die Wolken an so trüben Tagen,
Felsen, die gen Himmel ragen,
das Meer im Winter endlos weit -
der Taube schönes Federkleid

Bei Nacht sind alle Katzen grau
und graues Haar kriegt Mann und Frau
Die graue Maus, die fällt nie auf -
Die graue Eminenz hat's drauf

Auf Grau fängt alles an zu leuchten,
ist das nicht etwas, das wir bräuchten?
Die Schlichtheit öffnet viele Türen,
Bescheidenheit, die kann uns zieren

Dem Wolf, dem gibt sie Würde, Stärke
Der Hai geht gnadenlos zu Werke
Dem Elefant, dem steht sie gut
Der Wal taucht durch des Meeres Flut

Ein bunter Vogel, der fällt auf
Ist gern geseh'n und geht schnell drauf
Der Esel ist nicht sehr geschätzt,
doch kommt er an sein Ziel zuletzt

Informationen zum Gedicht: Grau

9 mal gelesen
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29.11.2025
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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