Goldener Mond
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Wenn die Straße im Dunkel schweigend versinkt
und die Kälte durch Mantel und Glieder dringt,
steht am Rande der Nacht ein sanfter Schein,
lädt der Goldene Mond zur Einkehr ein.
Ich blickte hinauf in das schwärzeste Blau
und malte mir aus, wie er leuchtet genau.
Ein Mond, nicht aus Silber, nicht frostig und kalt,
ein goldener Tröster mit leuchtender Gestalt.
Er heilt die Gedanken, vertreibt jede Not,
schenkt Wärme und Hoffnung im Abendrot.
Ein leises Versprechen, das Hoffnung uns schenkt,
ein Licht, das den Blick auf das Morgen lenkt.
Refrain
Ach, gäb es am Himmel nur diesen einen Schein,
man müsste im Dunkeln nie wieder allein sein.
Ein goldener Mond, der die Kälte durchbricht
und freundlich und leise vom Leben spricht.
Ich ging durch die Gassen, den Kopf noch im Traum,
da fiel warmes Licht in den nächtlichen Raum.
Kein Wunder am Himmel, kein Sternengewand,
nur ein hölzernes Schild an der Häuserwand.
Da stand es geschrieben in goldenem Schein,
als wollte die Nacht selbst ein Wegweiser sein.
Was eben noch fern über Wolken mir schien,
lag plötzlich ganz nah – ich war mittendrin.
Gibt es ihn wirklich, hier mitten im Ort?
Ich öffnete die Tür und ließ die Sorgen fort.
Ein Lachen, 'ne Fiddle, ein Pint an der Bar,
der Goldene Mond war die ganze Zeit da.
Hier teilten die Menschen Geschichten und Bier
und fanden für Stunden ein Zuhause hier.
Da wusste ich plötzlich, was Heimat vermag:
Man findet sie manchmal an einem einzigen Tag.
Nicht droben im Himmel, fern und allein,
hier unten lädt er die Wandrer ein.
Wo draußen der Wind durch die Gassen wacht,
brennt drinnen ein Licht in der dunkelsten Nacht.
Der Goldene Mond, so hab ich's verstanden,
ist dort, wo verlorene Wege landen.
Inspiriert vom irischen Pub „Goldener Mond“ in Erlangen.
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