Gitterspuren

Ein Gedicht von Meteor
Die kleine Haarsträhne hier
ist alles, was ich von dir habe.
Beschenkt behüte ich sie mir,
durch sie bist du mir so nahe.

Gefangene der Gegebenheiten,
schuldig des Zulassens ihrer Gefühle,
weil Sehnsüchte ihre Herzen leiten,
herrscht um sie herum diese Kühle.

Wunsch zur Liebe ihr Begehren,
Konsequenzen sind die Strafe
für das Moralgrenzenüberqueren,
zu Sündern werden einst Brave.

Unerreichbar ihr Traum von Wonne,
ihre rosa Wolke bleibt verwaist,
Folter ihr täglicher Kontakt zur Sonne,
anhängige Kontrakte Blicke vereist.

Flüchtige Berührung, Partikelduft,
Brandspuren und Droge der Sucht,
verführte Reizflut tränkt die Luft,
Entzugschmerz drängt zur Unzucht.

Vorsicht erwürgt fast jede Chance,
das Risiko wird zur Hetztreibjagd.
Zwei Junkies verlieren die Balance,
Animalisches sie innerlich packt.

Eine Höhle wird zum Zufluchtsort,
ihr Kerker, wohin man sie verwies.
Ihr Aufgestautes befreit sich dort,
an Gitterstäben ihres Lustverlies'.

Informationen zum Gedicht: Gitterspuren

10.04.2026
1.134 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 0 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
5,0 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.