Genug für ein Morgen

Ein Gedicht von Robert Späth
Ich trage dich in mir wie ein Versprechen,
Ein Versprechen, das nie gesprochen wurde,
welches doch lauter klingt
als alles, was je gesagt werden konnte.

Mein Herz übertreibt dich,
zeichnet dich größer als die Welt,
macht aus deinem Schweigen ein Orchester,
aus deiner Abwesenheit eine endlose Weite.

Ich weiß, es ist zu viel —
dieses Hoffen ohne Grund,
dieses Warten ohne Zeit,
dieses Lieben ohne Gegenwart.

Jedoch hält etwas in mir fest,
an einem Blick, der vielleicht keiner war,
an einem Moment, der sich weigert zu sterben,
weil ich ihn am Leben halte.

Melancholie legt sich wie Nebel auf die Tage,
sanft, fast tröstlich,
als wäre Schmerz das Einzige,
was dich noch bei mir hält.

Aber irgendwo, leise und hartnäckig,
pocht Hoffnung gegen die Grenzen der Vernunft,
flüstert: „Vielleicht“,
wo längst ein „Nein“ wohnt.

So bleibe ich hier —
zwischen dem, was scheinbar ist,
und dem, was niemals sein wird,
und nenne diesen Ort: dich

Informationen zum Gedicht: Genug für ein Morgen

7 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
1
19.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Robert Späth) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.