Gedanken über das "Älter-werden"

Ein Gedicht von Dieter Haberland
Gedanken über das „Älter-werden“

Vieles nimmt im Leben ab,
der Geruchssinn, der Geschmack,
der feste Biss und auch das Hören,
sind die Mängel die uns stören.

Ebenso die Zahl der Haare,
ihr Ausfall ist nicht gerad das Wahre.
Denn sie solln den Kopf verzieren
und kahle Stellen gut kaschieren.

Die Lust auf Sex, ja die nimmt ab,
nur Pillen halten dich auf Trab.
So wurd die Langsamkeit entdeckt,
was den Damen sicher schmeckt.


(Statt „bist du schon fertig , lieber Schatz?“
sagt sie heut:“ Lohnt es sich zu warten, oder alles für die Katz?)

Auch das Gedächtnis, das hat Lücken,
versucht sich häufiger zu drücken.
Man schläft wenig, ist früh wach,
da hat man richtig was vom Tag.

Zwei Dinge aber nehmen zu,
es ist das Alter und bist du.
Wär es beim Alter anders rum,
für uns Menschen wär das dumm.

Wir wüssten es dann ganz exakt,
wann der Sensenmann uns packt.
Bestatter müssten nichts verschieben
und wir könnten probe liegen.

So aber altern wir dahin,
mit Rettungsring und Doppelkinn.
Und irgend wann ist es soweit,
dich trifft die „Abrissbirne Zeit“.

Mitten rein in die „Fassade“,
da kennt das Schicksal keine Gnade.
Mit teurer Creme versucht man dann,
ob man es nicht vertuschen kann.

Keine Falte zeigt der Po,
die zeigen sich gern anderswo.
Nämlich dort wo man sie sieht,
da aber sind sie nicht beliebt.
Jetzt zeigt sich, wer mit viel Geschick,
lenken kann der Männer Blick,
am besten Richtung Dekoltee.
Das freut den Mann, tut Frau nicht weh.

Denn zu allem Überfluss,
gibt es weiteren Verdruss.
Während bei Frau die Hitze wallt,
lässt das die Männer völlig kalt.

Zwar fallen ein paar Haare aus,
der Mann, der macht sich nichts daraus.
Ihn stört auch nicht der dicke Wanz,
außer bei ganz engem Tanz.

Und dabei ist es dann passiert,
er hat sich anders orientiert,
tauschte fix die Gattin aus
und nahm ne junge sich ins Haus.

Der Super-GAU erwischt ihn bald,
Kind und Enkel sind gleich alt.
Und holt er seine kleine Jule
gleich nach Mittag von der Schule,

denken alle, die noch da,
er wäre wohl ihr Großpapa.
Das hört der Gute nicht so gern
und bleibt dem Sprechtag lieber fern.

Und wenn sein „Herzblatt“ pubertiert,
dann spätestens ist er schockiert.
Sie braucht ihn nur für eine Sache,
nämlich Geld in ihrer Tasche.

Sie akzeptierte kein Verbot,
er kaufte ein Gewehr mit Schrot.
Während er noch um das Haus gerannt,
war sie mit Freund längst durchgebrannt.

Den Rest, den kann ich mir wohl schenken,
ihr müsst an eure Jugend denken,
denn ihr könnt mir nichts erzählen,
euer Hobby, Eltern quälen
und sie mit vielen kleinen Dingen,
öfter mal zur Weißglut bringen.

Informationen zum Gedicht: Gedanken über das "Älter-werden"

1.486 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
-
05.06.2015
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige