Gaukler*in

Ein Gedicht von Lisa Nicolis
***

Ihr Lächeln kam wie Morgenlicht,
so leicht, so warm, so ehrlich schlicht.
Ein Wort, ein Blick – ich fühlte gleich,
ich hab 'ne Freundin, fühl mich reich.

Ich lachte frei, vergaß die Zeit,
teilte die Sorgen und das Leid.
Ein leiser Trost, ein stilles Band,
zwei Seelen schienen sich verwandt.

Doch hinter all dem hellen Schein
zog langsam Zweifel in mich rein.
Was echt erschien, war klug gestellt,
ein falsches Spiel - Vertrau'n vergällt.

Die Worte toll, doch hohl ihr Kern,
die Nähe nah – und doch so fern.
Ein Lachen, das die Wahrheit brach,
ein Blick, der nie von Seele sprach.

Und plötzlich stand ich da und sah:
Der Mensch war nie, wie er mir war.
Ein Gaukler, fein im Zwirn von Lug,
der kalt sein Herz durchs Leben trug.

So bleibt mir eine Frage nur:
Gibt's Freundschaft noch auf weiter Flur?
Denn selbst wer mit dir weinen darf,
hat manchmal eine Maske auf. 

Lisa  Nicolis

Informationen zum Gedicht: Gaukler*in

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27.04.2026
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