Feuer auf der Lippe
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Ein leises Kribbeln kündigt es mir an,
wie Funken die im Stillen Feuer schüren.
Erst Jucken, das ich kaum ertragen kann,
dann Brennen, das beginnt mich zu verführen.
Es wächst zu Bläschen, klein und voller Glut,
sie pochen frech im zarten Mundrevier.
Ein roter Kreis, der trotzig brennen tut,
als rief er spöttisch: "Heute bleibst du hier."
Drum hängt ein Schild nun an meinem Mund,
"Betreten strengstens untersagt, oh nein!"
Wer mich küssen will, brauch guten Grund -
erst in zwei Wochen darf man wieder rein. :-)
Doch ist der Spuk dann endlich überstanden,
verschwindet still der kleine Übeltäter.
Die Lippen glänzen wieder unbefangen
und Küsschen gibt es doppelt später. :-))
© Claudia Behrndt
28.02.2026
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