Faustrecht

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Eine Faust
auf einem offenen Buch.

Kein Schlag.
Nur Druck.

Die Zeilen verlieren Atem.
Der Rand rückt näher.
Zwischen den Seiten
knackt das Gedächtnis.

Papier hat keine Knochen.
Trotzdem kennt es Gewalt.

Heute trägt die Faust
keinen Handschuh.
Sie leuchtet.

Ein Wischen.
Ein Filter.
Ein sauberes Fenster:

Dieser Inhalt ist nicht verfügbar.

Gedanken verschwinden
ohne Rauch.

Erinnerung wird zu Asche
im grellen Bildschirm.

Zurück bleibt
eine makellose Fläche,

frei von Widerspruch,
frei von Tiefe,

frei von allem,
was Freiheit möglich macht.

Informationen zum Gedicht: Faustrecht

10.09.2026
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