Farbe des Granatapfels
Ein Gedicht von
Lena Engelbrecht
für Sergei Paradschanow
Ein armer Mann war Sayat Nová,
webte Teppiche aus warmer Wolle,
färbte Wolle mit rotem Granatapfelsaft und bitterer Walnussschale
auch wenn er lieber Bücher gelesen hätte.
Seine Kamántsche nahm Sayat Nová,
reihte seine Wörter auf ihren Saiten,
brachte als Opfer für Götter Granatapfelkerne
und verließ Avlabári für immer.
Sayat Nová erzählte Prinzessinnen, Mönchen und Herrschern
seine Geschichten und Märchen in bunten Farben
und wollte nichts anderes mehr werden.
Ein reicher Mann war Sayat Nová aus Tbilíssi.
© Lena Engelbrecht
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