Farbe des Granatapfels

Ein Gedicht von Lena Engelbrecht
für Sergei Paradschanow

Ein armer Mann war Sayat Nová,
webte Teppiche aus warmer Wolle,
färbte Wolle mit rotem Granatapfelsaft und bitterer Walnussschale
auch wenn er lieber Bücher gelesen hätte.
Seine Kamántsche nahm Sayat Nová,
reihte seine Wörter auf ihren Saiten,
brachte als Opfer für Götter Granatapfelkerne
und verließ Avlabári für immer.
Sayat Nová erzählte Prinzessinnen, Mönchen und Herrschern
seine Geschichten und Märchen in bunten Farben
und wollte nichts anderes mehr werden.
Ein reicher Mann war Sayat Nová aus Tbilíssi.

© Lena Engelbrecht

Informationen zum Gedicht: Farbe des Granatapfels

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03.01.2026
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.
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