Etikett

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Das Kleid hängt
an der Schranktür.

Noch mit Etikett.

Ein kleines weißes Fähnchen,
auf dem die Hoffnung
bezahlbar war.

Sie hatte es gekauft
für einen Abend,
der später
lautlos
aus dem Kalender fiel.

Jetzt fällt der Stoff
in schönen Linien,

als wüsste er nicht,
dass Vorfreude
auch
knittern kann.

Auf dem Bett
liegt der Kassenbon,
schmal,
geknickt,

ein Beleg
für etwas,
das nie begonnen hat.

Sie streicht
über den Ärmel,

vorsichtig,

als könnte man
einen ungelebten Abend
nicht falten,

nur ordentlich
aufhängen.

Informationen zum Gedicht: Etikett

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06.07.2026
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