Erdenengel
Ein Gedicht von
jogdragoon
Vor der Wiese am Waldesrand,
war es, wo ich sie fand.
Ich dachte: "Gott sei Dank !
Die Welt ist krank.
Sie zerfällt in Gier und Zank,
weil jeder aus einer Quelle trinkt,
die verdorben ist und mächtig stinkt."
Es saß ein Erdenengel auf einer Bank.
Ihr Blick traurig zu Boden sank.
Dann sah sie mich an, ihre Augen hellwach,
als sie bitterlich leise zu mir sprach:
"In dieser Welt aus Morast und Stolperstein,
bin ich nicht hier, um glücklich zu sein.
Und gebe ich häufig und auch viel,
Belohnung und Wohlstand sind nicht mein Ziel.
Ich bin gekommen, um zu lieben
und falsche Tugenden herauszusieben,
aus dem Lärm, der jeden schwächt.
Wahres Glück sucht man nicht weit draußen,
in den Ablenkungen des Außen,
sondern im festen inneren Sein,
das durchschaut den äußeren Schein
und erfährt des Lebens Grund
liebevoll wärmend, kraftvoll, gesund.
Doch auch mit liebevollem Handeln,
schlechte Stimulationen erdrücken und wandeln
das gesuchte innere Glück
und es bleibt nur
Schmerz und Leid zurück."
© jogdragoon
Bibat ex me qui potest
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