Einverleibt

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Ein Splitter steckt
im Fleisch.

Die Muschel schließt
ihre gerippte Faust
um das,
was sie nicht haben will.

An der scharfen Stelle
setzt sie ihr Innerstes ab:
Perlmutt,
Schicht um Schicht
ein erhärtetes Nein.

Das Fremde bleibt.
Um seine Kanten
wölben sich die Jahre.

Grün läuft über Rosa,
verliert sich in milchigem Blau.
Keine Farbe reicht
bis an den Grund.

Ich drehe die Perle
zwischen den Fingern.

So rund
ist mein Widerstand geworden.

Ich könnte den Eindringling
nur noch freilegen,
indem ich zerschlage,
was ich geworden bin.

Informationen zum Gedicht: Einverleibt

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09.09.2026
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