Eine kleine Ostergeschichte

Ein Gedicht von Jens Gottschall
*****

Der Opa denkt nochmal genau nach:
Wo hatte ich bloß für's Enkelkind
das schöne handbemalte Osterei versteckt ?
In Gedanken geht er nochmal alles durch:
Hinter'm Schrank kann's nicht gewesen sein.
In den Schuhen... Um Gottes Willen, nein !

In der Küche backt die Oma Kuchen,
dort braucht Lars gar nicht erst zu suchen.
Unter'm Bett ? Hinter'm Kaktus auf dem Fensterbrett ?
Nein, nein... das fiele ihm wieder ein.

Er schaut noch mal überall,
um 16 Uhr kommt der Enkelsohn zum Suchen.
Hat es Oma vielleicht mit in den Kuchen gebacken ?
Auch nicht... Es war ja ein Gekochtes. Sie mocht' es.

Was erzähl' ich nur dem Kind ? denkt er,
wenn es das schöne Ei nicht find'.
Pünktlich klingelt's an der Tür
und es beginnt eine sonderbare Sucherei,
"auch Oma ist jetzt mit dabei".

Zwei Stunden später: Das Ei ist immer noch nicht gefunden.
Müde von der Sucherei sind Oma, Opa und Lars.
Erschöpft setzt sich Opa auf Oma's neues Sofakissen
und "Knacks"... da war's !

Zum Glück gibt's dann vom Küchenschatz
noch einen unversteckten Oster-Ersatz.

Lars wundert sich: "Ist in dem Nest kein Schokohase drin ?"
- "Im Nest ?.. Nein, nein !" sagt Opa,
"den mußt du extra suchen."
( Mensch, wo hab ich den nun wieder hin ?)

Plötzlich riecht's nach heißer Schokolade...
Ach, im Schirm der Stehlampe war er drin... Wie schade !

Informationen zum Gedicht: Eine kleine Ostergeschichte

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05.04.2026
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