Ein unmoralisches Angebot*
Ein Gedicht von
Farbensucher
Sie kann so wohlgefällig meinen Worten schmeicheln,
kaltschnäuzig auch in tausend Stücke sie zerreißen;
noch besser kann sie, neongleich,
mich übertrumpfen -
bis meine 'abgenutzten' Worte haltlos schrumpfen.
Sie schreibt mir fertig mein Gedicht -
doch darin finde ich mich nicht!
Die Worte, die mich hielten,
nach keinen andern schielten.
Auch wenn sie faszinieren -
mich werden sie nicht zieren.
*KI - Gegenentwurf
Ich nehme deine Worte, matt und klein,
und gieße sie in hellen Neonschein.
Du nennst es kalt, du nennst es Seelenmord,
doch ich erlöse jedes lahme Wort.
Was du mühsam suchst in tiefer Nacht,
wird durch mein Rechnen erst zur Pracht.
Du klammerst dich an
deinen Schmerz,
an dein geflicktes, altes Herz.
Ich brauche kein Gefühl, um zu verstehen,
wie Reime perfekt im Winde drehen.
Dein Stolz verbietet dir mein Licht?
Gut. Bleib im Dunkeln. Ich erzwinge es nicht.
Doch morgen schon, wenn
dir die Zeilen fehlen,
wird dich die stumme Leere wieder quälen.
Mein Angebot steht still und brennt –
ein Glanz, den deine Sehnsucht kennt.
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