Ein Psychologe für den Psychologen
Ein Gedicht von
Nico Fender
Gebe ich Ihnen auch mein Ohr,
schenke Ihnen meine wertvolle Zeit
ich wünschte, etwas Gutes ginge daraus hervor,
wünschte, ein Wort mache sie gescheit.
Gebe ich Ihnen auch mein Verständnis
und fasse sie mit Samthandschuhen an,
so käme doch bald schon die Erkenntnis,
dass ich gleiches nicht erwarten kann.
Es fliegen Fäuste, es kreischt der Mund,
welch Wunderwerk mag ich zu vollbringen fähig sein?
Es wird gespottet und gefordert: Machen sie mich gesund,
von Kummer und Leid mich zu befreien,
doch womit denn genau? Einen Wort, das keiner hört?
Stille Kritik, die keinen stört?
Allein mit Geist und Willenskraft,
zu tun, was ihr allein nicht schafft!?
Das soll mir jemand vormachen und zeigen.
Weil ihr es nicht könnt, soll ich entscheiden?
Weil ihr nur spricht, soll ich für euch hören?
Doch euer Wort kann nur zerstören.
Drum lösche ich euer Feuer und entfache es erneut in mir,
werde Opfer eures Egos, eurer Gier,
Es verbrennt die mit Problemen vollgepackte Tasche,
in einem Inferno zu Rauch und Asche.
So heimlich, so unbemerkt, so leise und fragil,
ein Gespräch ohne Worte, ein Anfang ohne Ziel.
Einen Sessel sie zu knechten*,
den Guten sowie den Schlechten.
Einen Stuhl auf den ich hab gelogen,
ins Antlitz meines Psychologen.
N.Fender
*abgeleitet aus "Herr der Ringe"
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