Echos aus dem Strom
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Das Ruder, stumpf aus Stein und Gold,
ein Steuermann, der blind sich krönt.
Ein Schleier, schwer aus Geld gerollt,
der jedes Uferleid verhöhnt.
Sie sind die Wächter, die zerfallen,
die Hirten, die die Herde scheuen.
Sie lassen nur die Mauern hallen,
wo leere Zeichen sich zerstreuen.
Der Blick, aus kaltem Glas geschnitten,
er spiegelt nur den eignen Schein.
Das Schiff, vom Geisterwind geritten,
zieht Seelen still ins Netz hinein.
Wir treiben tief im Binär-Sog,
verfangen in der Datenflut.
Die Stille ist der letzte Trug,
bevor der Stahl zerfließt in Glut.
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