Dunstsonne

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Dunstsonne

Nur mühsam tritt sie in ihr eigenes Leben
am Weiher mit dem dichten Astwerk.
Die Sonne zeigt uns jetzt ganz genau,
wie novembergeboren sie dort erwacht.

Nirgendwo ein Laut und keine Winde
verändern das traumverlorene Land,
während die Strahlen sich schwertun,
sich aus Nebelschwaden zu schälen.

Dann aber ist sie uns da und wärmt,
hellt selbst dort, wo die Schatten liegen,
um ein wenig hoch aufzusteigen,
bis sie den Mittagszenit erreicht.

Der steht niedriger, als zur Heißzeit,
der Dunst umgarnt unsere Sonne,
die bald wieder ins Verborgene flieht,
wenn vom Wasser Nebel aufsteigen.

Ja, es ist November, und doch
zeigt das Zentralgestirn uns an,
dass seine Kraft noch nicht ganz
gebrochen ist durch Winterskälte.


©Hans Hartmut Karg
2020

*

Informationen zum Gedicht: Dunstsonne

44 mal gelesen
09.11.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige