Die unverschlossene Tür

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Vom Paradies
blieb nicht viel.

Nur Sterne,

diese kleinen
glühenden Stecknadelköpfe
im Mantel der Nacht.

Nur Blumen,

die morgens
aus der Erde kommen,
als hätte jemand
Farbe vergraben.

Und Kinderaugen.

Offen
wie Fenster
in einem Haus,
das noch nichts fürchtet.

Sie sehen
einen Käfer
und meinen: Wunder.

Sie sehen
Seifenblasen
und meinen:
der Atem
ist bunt geworden.

Vielleicht
ist Staunen
das letzte Tor,

das nicht
abgeschlossen wurde.

Informationen zum Gedicht: Die unverschlossene Tür

3 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
28.06.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.