Die Unterschrift

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Am Ende konnte sie
ihren Namen nicht mehr schreiben.

Der erste Buchstabe gelang.

Dann hielt sie den Stift
über das Papier,
als müsste jemand
den nächsten vorsagen.

Mit diesem Namen
hatte sie eine Wohnung gemietet,
eine Ehe beendet,
mich für den Schulausflug angemeldet.

Ich legte meine Hand um ihre.
Sie ließ es zu.
Wir schrieben langsam.

Es wurde meine Schrift.

Die Frau hinter dem Schreibtisch
nahm das Blatt entgegen.
Niemand verlangte,
dass wir es
noch einmal versuchten.

Informationen zum Gedicht: Die Unterschrift

16.09.2026
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