Die Schafe und der Misthaufen

Ein Gedicht von jogdragoon
Tina war wieder mal, mit ihrem Hund, den Berg herunter in das Dorf gegangen,
um die Menschen zu beobachten.
Sie kraulte sein Ohr und unterhielt sich mit ihm:
"Stell Dir vor, neben Dir ist ein großer Misthaufen ...
Ich schwebe nun über diesem Misthaufen,
in angemessener Entfernung
und sehe eine Schafherde rund um den Misthaufen herum verteilt.
Die linken blöken Määhh,
die rechten Miihh,
die unteren Mööhh
und die oberen Meehh !
Alle blicken auf den Misthaufen.
Für die linken ist der Hintergrund des Misthaufens blau,
für die rechten rot und für die anderen schwarz und weiß.

Ich drehe mich mit dem Rücken zum Misthaufen.
Über mir sehe ich einen Spiegel, in den ich hineinblicke.
Da ich in meiner Vorstellung als Geist unsichtbar bin,
erkenne ich nun die linken Schafe rechts,
die rechten links.
Dann drehe ich mich um meine vertikale Achse
und sehe die unteren Schafe oben und die oberen Schafe unten.

Mir ist klar, dass alle Schafe eines gemeinsam haben:
Wenn sie in den Spiegel schauen,
sehen sie nur ein Schaf, dass so blökt, wie sie selbst."

*

Wenn Gleiche unter Gleichen
im Gleichschritt spazieren
werden sie nur ein Ziel erreichen:
Dass sie ihre Menschlichkeit verlieren.

Als Geburtsrecht wurde "Freier Wille" gegeben,
doch vergraben unter Zwängen,
weil sie an Nachteiligem hängen,
verzehrte nicht das Alter ihr Leben,
sondern sie selbst waren's, die es lenkten
und verschenkten,
.. durch ihr falsches Streben !

*

Jeder bedenke,
dass er selbst sich lenke
und nicht vergisst,
dass er selbst verantwortlich ist,
für seine Gedanken, Worte, Taten
und wer ihn darf beraten !

© jogdragoon
Bibat ex me qui potest

Informationen zum Gedicht: Die Schafe und der Misthaufen

10 mal gelesen
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24.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (jogdragoon) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
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