Die Kirschen

Ein Gedicht von Horst Reiner Menzel
Eine süße kleine Maus,
lugt aus ihrem Loch heraus.
Zwei junge Spatzen fliegen hoch,
über diesem Mauseloch.

Kommt eine Vogelscheuche her,
und verschreckt die Spatzen sehr.
Nun kommt noch ein Elsternpaar,
mit der ganzen Kinderschar.

Die Spatzen sind im Kirschenbaum,
schau'n sich's an, sie reifen kaum.
Hoch oben drüber schwebt ein Greif,
schon seit einer Ewigkeit.

Schaut nach was Fressbarem hier,
schließlich ist das sein Revier.
Ein Jäger steht am Wald bereit,
denkt warte, bald kommt meine Zeit.

Die Vogelscheuche flattert dann,
weil ein Wind von hinten kam.
Die Spatzen fliegen übers Mauseloch,
dacht‘ ich`s mir, sagt einer noch.

Der Greif kriegt heute nichts zu futtern,
fliegen wir jetzt heim zu Muttern,
sagen ihr noch schnell Bescheid,
mit den Kirschen hat`s noch Zeit.

Die Elstern zu den Kindern sagen,
heut kriegen wir hier nichts in Magen.
So denkt sich das auch unser Greif,
komm wieder, wenn die Kirschen reif.

Auch der Jägersmann geht nun nach Haus,
die Maus, kommt aus ihrem Loch heraus.
Es mahlen die Mühlen des Lebens,
unberechenbar doch oft vergebens.

Rei©Men

Informationen zum Gedicht: Die Kirschen

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19.01.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Horst Reiner Menzel) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
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