Die Gänsemagd

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
* Ein modernes Märchen *

Von früh bis spät schafft die Luise,
scheucht ihre Gänse auf die Wiese.
Obgleich sie das Getier nicht mag,
treibt sie es täglich aus dem Schlag.

Sie hetzt und quält die weiße Schar;
ihr Schnattern dünkt ihr wunderbar.
Obgleich sie jedes Tier verachtet,
sie gierig deren Zank betrachtet.

Die Rute schwingt sie ohne Hast,
Gewalt ist bei ihr stets zu Gast.
Erst wenn die Erde um sie bebt,
spürt Luise, dass sie wirklich lebt.



© Birgit Klingebeil
[01/2026]

Informationen zum Gedicht: Die Gänsemagd

09.03.2026
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