Die falsche Ausfahrt

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Ich blinke rechts. Die Hände kennen
den Weg durch diesen Teil der Stadt.
Ich muss die Straße nicht benennen,
in der mein Traum geendet hat.

Ich parke dort, wo wir sonst standen,
und schalte Licht und Motor aus.
Die Hände, die den Heimweg fanden,
ruhn ratlos vor dem eignen Haus.

An jeder Kreuzung weiß ich noch zu dir.
Mein Körper hat die Trennung nicht begriffen.
Er bringt mich her. Was will ich hier?
Im Radio wird ein Chanson gepfiffen.

Ich könnte klingeln, könnte fragen,
ob noch ein Buch hier bei dir liegt.
Es wäre leicht, es heimzutragen.
Schwerer ist mein Herz, das Tonnen wiegt.

Informationen zum Gedicht: Die falsche Ausfahrt

15.09.2026
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