Die Dracheninsel
Gemeinsam auf des Drachen Rücken
Flogen wir zu unserem Entzücken
Hinfort über die offene See hinweg
Zu unserem heimlichen Inselversteck
So golden die Sterne am Himmelszelt
Einen Gruß hinaus wir schon entsandt
Von hier oben so klein erscheint die Welt
Wie weit wohl noch bis an deren Rand?
Dein Herz dir längst im Leib entbrannt
Zwar immer schon heimlich gedacht
Ob wohl die Chance zum Mitflug bestand?
Niemals damit gerechnet in dieser Nacht!
Verwegen du aufgestiegen auf den Drachen
konntest keinen Rückzieher mehr machen
Wolltest endlich auch mal was wagen
Nicht länger mehr nur Träumen nachjagen
So hoben wir ab in die klare Dunkelheit
Erreichen nun dieses Eiland im Nebelkleid
Hinterm dichten Schleier sich uns offenbart
Ein wahres Paradies, die Sinne genarrt
Ein Berg mit schwindelnder Felsenschlucht
Eine Quelle entspringt aus seiner Mitte
Mündet weit unten in einer malerischen Bucht
Ein Wald von einer Lichtung zerschnitten
Vom Flugwind wir ganz berauscht zerzaust
Wieder festen Boden unter den Füßen
Wie ungläubig und froh du doch schaust
Von über uns die Sterne uns zurück grüßen
Wie der Drache sucht sich ein Ruheplätzchen
Auch wir lassen uns im warmen Grün nieder
Wohlig rollt sich das Reptil wie ein Kätzchen
Wie auch wir finden uns daliegend wieder
Aneinander geschmiegt zählen wir die Sterne
Ziehen Verbindungslinien zwischen ihnen
Erbauen neue Fantasiegebilde in der Ferne
Zu was auch immer sie uns noch dienen
Unweit vernehmen wir des Flusses Rauschen
Begleitet von Grillenzirpen und Nachtigalgesang
Leise wir beide ihrem Zusammenspiel lauschen
Finden Ruhe im Herzen bei solch Wohlklang
© meteor 2024
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