Die blassen Monde
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Sie lassen mich nicht ruhn,
die blassen Monde, die in mir glühn.
Sie ziehen still durch dunkle Nacht
und fragen, ob mein Herz noch wacht.
Ich fürchte, dass mein Licht verblasst,
dass mich die Zeit ganz leise fasst.
Ein Tropfen nur im Weltenmeer,
verloren zwischen Hin und Her.
Ich sehe die Welt in grauem Schein,
die Angst spricht oft aus mir allein.
Sie liegt wie Nebel auf der Brust,
verwehrt mir Frieden, raubt mir Lust.
Ich fürchte Liebe, die verweht,
und Hoffnung, die im Kreise geht.
Ich fürchte Macht, die blind regiert,
und Wahrheit, die sich selbst verliert.
Doch eines weiß ich ganz gewiss:
Kein Mensch ist frei von Finsternis.
Die blassen Monde trägt ein jeder,
mal schwer wie Stein, mal leicht wie Feder.
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