Der Zug der fröhlichen Leute

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Ob als Gruppe, Verein oder Einzelmeute,
das war stundenlang ganz egal,
denn der große Karneval war heute.
Auf der Straße, nicht im Saal.

Das Wetter ließ zwar Schminke laufen,
doch wetterfest die Stimmung war,
und das störte keinen Haufen
rund um jedes Prinzenpaar.

Ein Karnevalist ist immer auf dem Posten,
selbst beim größten Zug im Osten.
Neben schwarz/rot/gold, des Staates Farben,
Regenbogen für Gesang und Tänze warben.

Von weitem man die Farben sah,
doch der Ton war eher da.
Alaf, Helau und Schlachtrufe aller Art erklangen,
bei Schlagern und Schunkelliedern alle sangen.

Heißer Grog und kalte Brause,
an den Pranger genagelte Politik .
Keinen hielt es da zu Hause,
man warf nicht nur einen Blick.

Umzugswagen, groß wie Schiffe,
mobile Mauern, auch ein Dreifach-Klo,
Prinzen in der Pferdekutsche,
wo sieht man das anderswo?

Selbst beim saure Gurke essen,
einem hier üblichen Brauch,
wurde das Küssen nicht vergessen,
es ersetzt den Tabakrauch.

Es tanzten schlanke Beine, dicker Po
und mollig gefüllte Busen sowieso.
Große Kanonen Papierkrieg spielten,
mit Konfetti auf die Rathausbande zielten.

Kurze leichte Röckchen wippten,
gut genährte Engel schwebten,
manche an der Flasche nippten,
aber alle den Umzug belebten.

Ballette, Clubs, Vereine,
Einzelkämpfer ganz alleine,
alle strebten Richtung Zelt,
dort traf sich zum Schluss die Welt.

Essen, Trinken, Füße kühlen,
singen, tanzen, Mieder fühlen.
Mancher kaum noch die Stimme fand
bei „Märkische Heide, Märkischer Sand“.

05.03.2019 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Der Zug der fröhlichen Leute

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05.03.2019
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