Der wärmende Kachelofen

Ein Gedicht von Peter Leitheim
www.leitheim-gedichte.de
Gedicht- Nr. 1370 von 1488
---------------------
Der Ofen summt und knurrt und zischt
sein Inhalt der ist oft gemischt,
die Ofentür die ist noch offen
darf Ofen auf Kohle hoffen?
-------------------------
Gleich vor dem Ofen die Kohlen nah
ein Bündel Reisig ist auch da,
das prasselt, lodert, hellauf wie Stroh
es knistert, es flackert recht farbenfroh.
---------------------
Zwar dünn und mager der Reisig-Bauch
doch brennt es rasch ganz ohne Rauch.
Verachtet keiner die Reisig- Gesellen
mit strahlendem Licht sie den Raum erhellen.
--------------------
Sie haben das Feuer mit zündenden Funken
entfacht und gierig ausgetrunken,
zwar ist recht kurz die Herrlichkeit
drum folgen nun Tannen-und Buchen-Scheit.
------------------------------------
Die holzigen Knorren manch dicker Patron
die werden von Glut erhitzt nun schon,
und als das Reisig zu Asche zerfiel
da gab es zum Abschluss ein Farbenspiel.
-------------------------
So ein altes, knorriges, derbes Scheit
das entflammt nur gemächlich-es lässt sich Zeit,
am Anfang es noch widersteht
es sträubt sich ehe es in Flammen aufgeht.
---------------------
Erst wenn solch Scheit sich aufgewärmt
er knisternd und knackend im Ofen lärmt,
und stehen die Scheite im Flammenschein
stellt sich rasch mollige Wärme ein.
----------------
So wird hier Romantik ein wenig verwendet
das Buchenholz - Effekte spendet,
voll Anmut gehen diese aus
sie bringen Leben Bewegung ins Haus.
----------------------------
Sie knistern und summen, gesprächig, heiter
bis sie verkohlen die einstigen Scheiter.
ein letztes Schnarren kann man noch hören
als wollten mit Worten sie uns sanft, betören.
---------------------------
Ein Hauchen ein leises, lyrischem Wimmern
glaubt man zu hören in allen Zimmern,
doch wenn geöffnet die Ofentür
dringt gleißender, beißender Rauch herfür.
-----------------------------
Und wenn man zulange Tür offen lässt,
es Tränen dem Menschen ins Auge presst,
und ab und zu ein dumpfer Knall
erfüllt den Raum mit lautem Schall.
----------------------------
Zum Schluss im Ofen es lispelt nur noch
dann ohne Feuer das Ofenloch,
die Wärme langsam nun entflieht
in andere Atmosphären sie zieht.
-----------------------------------------
Peter Leitheim:
Poesie, Märchen, Fabeln, Sagen, Historie
Buchautor: Von Spiegelbild der Seele
Deutsche Gedichte Bibliothek
Info-leitheim Gedichte
Reutlinger Autorenpool

Informationen zum Gedicht: Der wärmende Kachelofen

6 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
07.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Peter Leitheim) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige