Der Virus

Ein Gedicht von Siegfried Pütz
Es saß auf dem Zeigefinger
ein kleiner runder Virus.
Tausend Arme und viel kräftiger
als ein bedeutungsloser Bazillus.

Ihm war es einsam zu Gemüte,
es war kalt auf diesem Tröhnchen.
Sah aus der Ferne ein paar Doktorhüte,
es zwickte sein giftiges Krönchen.

Der Zeigefinger trifft den Freund,
den Mittelfinger des Medikus.
Der Virus von Vermehrung träumt,
springt auf den Sympatikus.

Voller Glück durch Expansion,
der kleine Kerl in die Zelle springt.
Welch missglückte Infektion,
die Seife ihn zum sterben bringt.

Die Moral von diesen Phrasen:
Der Mittelfinger in Gedanken verloren,
durch die Hände mit viel Seifenblasen,
versinkt das Böse in den Abflussrohren.

Informationen zum Gedicht: Der Virus

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13.04.2020
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