Der Nebel heut
Ein Gedicht von
Lisa Nicolis
***
Ich wünsche mir, dass er sich niemals lichtet
und immer alles um sich selbst verbirgt,
dass keine Seele mehr die andre sichtet
und Sehnsucht nach der anderen erwirkt.
Solang er dicht und leicht das Sein umnebelt
und es umhüllt mit mattem Schleiertand,
mit Zauber jeden Blick veredelt,
hat Friede wohl 'ne Weile hier Bestand.
Den Bäumen steht es gut, wie Glas zu wirken,
so unwahrscheinlich ist mein Garten heut.
Doch hinter all den transparenten Birken
tummelt sich weltweit weiter Hass und Streit.
Es wäre gut, wir könnten mal nichts sehen,
ein seichter Nebel hüllt' uns alle ein,
um Zeit zu haben, auch in sich zu gehen,
um wertzuschätzen jedes ErdenSein.
@Lisa Nicolis
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