Der Fremdling
Ein Gedicht von
Marcel Strömer
Sein Herz verglimmt in eigner Glut,
vom Zweifel an sich selbst verzehrt;
was Ursprung war und tiefstes Gut,
hat sich dem Denken selbst entleert.
Es trennte ihn von seines Zeichen,
vom prägenden Gesetz der Zeit;
nun treibt sein Ich in Schattenreichen
entbunden von Notwendigkeit.
Vor Schwellen stand er, Geist und Schranke
zu stolz für Bitte, bang für Tat;
so ward er selbst im eignen Wandel,
Exil und unbekannter Staat.
Er weinte nicht, nur Reflexion,
den Riss im Spiegel seines Seins:
Kein Rest von ihm blieb heil davon,
nur Fremdling seines Ursprungs Scheins.
© Marcel Strömer
[Magdeburg, 18.02.2026]
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