Der fiese Dauergast
Der Sommer steht in meinem Flur
und sagt: „Ich bleib‘ nun ein paar Wochen.“
Ich starre auf die Wetteruhr.
Er setzt sich frech auf meine Knochen.
Er hängt sein Hemd an meinen Schrank
und fragt, ob ich noch Eis besitze.
Er trinkt mein Wasser ohne Dank.
Ich sage: „Nein“. Er sagt: „Ich schwitze.“
Er sitzt im Sessel, breit und schwer
und schwitzt mir Löcher in die Kissen,
als gäb es Höflichkeit nicht mehr.
Er will von Anstand gar nichts wissen.
Ich bitt‘ ihn: Sommer, zieh doch aus.
Er grinst mich an mit keckem Blick.
„Ich fühl mich wohl in deinem Haus,“
sagt er. „Genieß dein Sommerglück.“
Ich wollt‘, der Sommer wär‘ vorbei.
Doch dieser meint:“ Nur keine Hast“.
Ich wünsche mir den Herbst herbei
bei diesem fiesen Dauergast.
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