Der Duft von damals

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Als Vorort am Rande der Stadt gelegen,
bot sich hier einst ein beschauliches Leben.
Knapp fünfzig Häuser in nur sieben Straßen,
keiner blieb da sich selbst überlassen.

Gern denkt sie sich manchmal dahin zurück;
in die Tage voll Unbeschwertheit und Glück.
Jedes Kind war stets allerorts willkommen,
wurde meist gleich in den Arm genommen.

Unglaublich, was sie damals so angestellt;
alle Hecken und Wiesen waren ihre Welt.
‚Räuber und Gendarm‘ – das spielten sie oft,
da wurde schon mal um die Jungen gezofft.

‚Figurenwerfen‘ – ein fürwahr tolles Spiel,
nie wurde einem das Herumwirbeln zu viel.
Auch ‚Länderklauen‘ haben alle geliebt;
mancher Junge war ein charmanter Dieb.

Schon lange vorbei ist diese Kinderzeit,
doch in ihrer Erinnerung lebt sie noch heut'.
Unvergessen das Bild dieses einen Jungen,
der ihr Herz im Sturm hatte errungen.

Oh ja! Verliebt bis über beide Ohren,
fühlte sie ohne ihn sich öfter verloren.
Nie hatte er beim ‚Uhrenkauf‘ ein Problem,
sie in seiner gewünschten Uhr zu sehen.

‚Federball‘ spielten sie beide stets als Paar,
von Anfang an war dies den anderen klar.
Und immer wieder wurden sie auch geneckt,
hielt er ihre Hand, unter Kissen versteckt.

~~~~~

Als sie Zehn war,
ist ihre Familie fortgezogen.
Entfernung aber ist
Jungmädchenträumen nicht gewogen!



© Birgit Klingebeil
[08/2023]

Informationen zum Gedicht: Der Duft von damals

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26.05.2025
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