das Maß ist voll

Ein Gedicht von Martina Wiemers
Ignorierte
den Schmerz der Erbse
unter der Matratze
auf der du mich liebtest
zwölf Monde lang.

Lachte nur,
als dich Schneeweißchen
zum Bären machte,
du bei Dornröschen Trost suchtest
und deine drei goldenen Haare in Zahlung gabst.

Glaubte
immer dem Spiegel,
der mir sagte,
dass ich für dich die Schönste sei
hinter den sieben Bergen.

Sammelte
sogar seine Scherben noch auf
in der Kammer von Schneewittchen,
die du mit Äpfeln verwöhntest,
bis sie dir einen Zwerg schenkte.

Zerschneide
endlich das Tischtuch,
denn das Maß ist voll
von den Kastanien,
die ich für dich aus dem Feuer holte.

Scher
dich zum Teufel.
Werfe den Ring zurück in den Teich.
Will keinen Frosch mehr,
der leichtsinnig die goldene Kugel verspielt.

Verschließe
mein Herz mit sieben Riegeln,
verstecke es im Uhrenkasten.
Nehme die Erbse,
werfe sie mit der Matratze ins Feuer.

Informationen zum Gedicht: das Maß ist voll

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19.07.2011
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