Das letzte Rot
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Mir geht es gut, trotz leiser Ahnung,
dass ich einst vieles lassen muss,
dass nichts für immer bleibt auf dieser Welt,
wie welkes Laub, das der Wind verweht
und lautlos sinkt auf dunkle Straßen.
Hoffnung vergeht im Sturm der Zeit,
hinter manchem Lächeln schweigt die Wahrheit.
Heuchelei verletzt wie ein Dorn,
doch Niederlagen zeigen, was bleibt,
und manches wird erst spät erkannt.
Mir geht es gut, in stiller Bescheidenheit,
ich geh den Weg durch Regen, Zweifel, Staub.
Wie lang ist wohl die Reise noch zum Ziel?
Am Ende schweigt der Lärm der Welt,
und Stille legt sich über alles Sein.
Niemand nimmt am Schluss etwas mit,
wenn sich das Leben seinem Ende neigt.
Ehrlichkeit wird dann zum kostbaren Gut,
und selbst mein liebstes Rot verliert sein Feuer,
wenn die Zeit ihre Spuren in uns schreibt.
Reichtum und Macht vergehn mit der Zeit,
was wir besitzen, lassen wir zurück.
Doch was wir lieben und weitergeben,
mag in anderen Menschen weiterleben,
wenn unser letzter Tag gekommen ist.
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