Das Geisterkind

Ein Gedicht von Jasmin Pahlisch
In einer gar kalten Septembernacht
hat ein Mädchen ein Kind zur Welt gebracht.
Doch die junge Frau starb,
wie tot schien das Kind
und draußen heulte der Wind.

In tiefster Not die Hebamme packt
das Kind in blutige Laken
und bringt es zum Friedhof
bei Nebel und Nacht,
um es dort zu begraben.

Plötzlich erhob sich ein heißerer Schrei
aus den fleckigen Fetzen!
Die Hebamme zaudert
und ließ es zurück
und floh in hellem Entsetzen!

Seit dem erscheint dem Wandrer im Moor
ein' stille, schneeweiße Wiegen,
doch wenn er kommt näher,
durch Nebel und Licht,
so sieht er kein Kind drin liegen.

Doch in seinem Kopfe hört er ein Schrein
von einem einsamen Kinde
und voller Ensetzen
lässt er es allein,
dass es ein anderer finde.

So irrt nun das Kind durch Wiesen und Wald.
Es steht ein schneeweißer Wagen.
Es sucht seine Mutter
und findet sie nicht.
Es wabern die Nebelschwaden....

Informationen zum Gedicht: Das Geisterkind

03.10.2026
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