Das Briefgeheimnis (Ein Rätsel)

Ein Gedicht von jogdragoon
"Geliebte Helena,
Du weisst, dass Du meine kluge, wunderschöne, heimliche Liebe bist.
Und ich weiss, dass unsere Liebe nur Bestand haben kann, wenn wir uns heimlich treffen.
Der Ort ist derselbe, wie beim letzten Mal.
Gestern Morgen, bevor ich meinem Tagewerk nachgehen konnte, klopfte es an der Tür und meine Nichte besuchte mich.
Überglücklich über ihr gelungenes neues Werk, brachte sie mir ein eingerahmtes Bild, eines mit Bleistift gemalten Widders.
Es war das erste, dass sie so malte.
Ich hängte es sogleich in meiner kleinen Gallerie an die Wand.
Direkt neben dem Bild mit der weltoffenen Venus und einer abweisenden Jungfrau.
Du kennst meine Galerie ja noch gar nicht !
Ich stelle sie Dir kurz vor:
In einem hellen Holzrahmen, rechts neben dem soeben beschriebenen Bild, ist ein wahres Kunstwerk:
Es handelt von dem Gott Jupiter.
Daneben hängt ein noch größeres Bild mit prunkvollem, goldenem Rahmen.
Es zeigt auch einen Widder neben einem Skorpion in der Hand von Saturn.
Daneben die Zwillinge Petrus und Heronimus als griechische Helden, das waren die Kinder des Malers.
Rechts neben der Uhr hängen noch zwei Bilder:
Das eine zeigt einen galanten Schützen, wie er in Richtung einer Giraffe zielt
und das andere Bild zwei Schalen, eine mit Sand und eine mit grober Erde.gefüllt.
Ein Löwe ist versteckt hinter hohem Gras zu erahnen.
Du kennst ja meine Leidenschaften und kannst die Hinweise entschlüsseln.
Ich freue mich wahnsinnig auf unser Treffen.

Nachdem ich diesen Brief fast fertig gestellt habe, ist mir leider ein Malleur passiert.
Das Bild mit dem Widder meiner Nichte ist heruntergefallen. Du weisst, was das zu bedeuten hat.

In hingebungsvoller Liebe, Dein Heinrich !"

Einige Tage vergingen ...
Dann kam der ersehnte Tag und Heinrich war pünktlich an Ort und Stelle.
Er traf seine geliebte Helena und nahm sie liebevoll in seine Arme.

Bist Du so klug, wie Helena und weisst, wann sie sich trafen ?
Ein Hinweis sei gegönnt: Was sind die beiden Leidenschaften von Heinrich ?

*

Das geheime Treffen

Von Heinrichs Herz fällt ein schwerer Stein,
denn er gesteht sich endlich ein:
"Ich bin verliebt !
Ich fühle mich dem Himmel nah,
bin ich bei meiner Helena !"
Das Tintenfass er zu sich schiebt,
um ihr einen Liebesbrief zu schreiben.
Sehnsucht will er nun, auf die Spitze treiben,
denn es soll die Liebe, in seinem Herz verbleiben.

Doch verloren sind seine Liebesgedichte,
denn ihre Verwandten grollen,
und wollen,
dass jeder sich, gegen ihre Beziehung richte.
Sie werden ihre Liebe unterbinden,
so muss er, eine andere Lösung finden.

Mit Astrologie und Astronomie,
kennt er sich aus und auch noch sie.
So will er zusammen mit ihr durchbrennen,
Datum und Uhrzeit dafür benennen.
Ihre Familie wird ihm nie verzeihen,
deshalb muss der Brief verschlüsselt sein !

Weil er diese Nacht schlecht schlief.
schreibt er den Brief,
in der Frühe
und gibt sich dabei sehr viel Mühe.

Erwacht
um Sieben.
Gedacht,
geschrieben,
adressiert,
frankiert
... und ab zur Post !

Dann warten,
den Countdown starten.

Warten auf den Tag, die Minute, die Stunde.
Nervös dreht er auf der Stelle,
so manche Runde.
Dann, es ist soweit !
Steht sie pünktlich bereit ?

Die Freude läßt ihn hüpfen, frohlocken.
Er sieht sie auf ihrer Liebesbank hocken.
Sie winkt ihm zu,
lächelt ihn liebevoll an.
Er sagt sich "Puh,
gebrochen ist der Bann !".

In seine Arme nahm er sie.
"Wieder loslassen ? .. niemals, nie !
Nun bin ich hier !"
So dachte er
und machte einen Antrag ihr.
Sie sagte "Ja !" und sie küssten sich,
erlösend, lange, inniglich !

© jogdragoon
Bibat ex me qui potest
© jogdragoon
Bibat ex me qui potest

Informationen zum Gedicht: Das Briefgeheimnis (Ein Rätsel)

2 mal gelesen
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27.07.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (jogdragoon) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.