BLICK AUF DEN RHEIN

Ein Gedicht von Dmitry Garanin
Wie eine Sichel liegt der Fluss
Der nach den Wäldern ausgeholt
Als hätte Gott mit harter Brust
Ein reines leeres Blatt gewollt

Wo Lichtflut über Land ergeht
Wie durch der Fliegen Flügelschlag
Und bleicht der Felder Karo-Plaid
Dass Ruhe sie bedecken mag

Denn hoffnungslos ist alles alt
Im Weltgeflecht das uns umschlingt
Wo Gottes Brandmal längst verhallt
Und Plastikgrün ans Licht sich zwingt

Aus Erde die zu Kompost ward
Der Würmer Zuflucht Grab und Schacht
Wo reift der Trunk zur letzten Fahrt
Der uns nur nüchterner noch macht

Schon siehst du gegen Licht ganz klar
Wie durch ein abgetragenes Tuch
Dass alles Spur des Einst nur war
Die zu vertilgen so der Spruch

Solang der Bergblick blasser wird
Verlierend Bindung an die Welt
Am Rand reib dir das Aug verwirrt
Dass du nicht ins Haltlose fällst

Koblenz, 24 June 2019

https://sites.google.com/view/dgaranin

Informationen zum Gedicht: BLICK AUF DEN RHEIN

06.11.2026
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