Bleicher Widerschein
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Die Stunde schlägt in dieser Welt,
wo fahle Farbe untergeht,
wenn das, was wir für wahr hingestellt,
wie Nebel vor dem Spiegel steht.
Wir tanzen auf dem Rand der Zeit,
die Decke weicht dem Sternenmeer
und in der tiefen Einsamkeit
wird jedes Wort so bleich und leer.
Kein Grund, kein Halt, nur Wellenschlag,
die Wahrheit gleitet uns davon,
bis an den fernsten Jüngsten Tag
verhallt der letzte Orgelton.
Die Augen offen, doch geblendet
von dem, was man nicht sehen kann,
hat sich das Schicksal abgewendet
und fängt doch erst zu schweigen an.
Was einst so fest im Geiste schien,
sinkt sacht hinab zum Meeresgrund,
wo Schatten durch die Tiefe ziehn
und jedes Wort verstummt im Mund.
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