Bausteine

Ein Gedicht von Anita Namer
Manchmal
stelle ich mir mein Leben wie eine Spielwiese vor…
Mit vielen Bausteinen…

Jeder hat seinen eigenen Traum.
Der eine möchte ein Schloss bauen,
der andere einen Pferdestall,
der nächste eine Hütte
und der übernächste einen Tempel…

Jeder bekommt ein paar Bausteine,
fängt an zu bauen,
findet manchmal sofort den richtigen Baustein
oder muss zwischendurch lange suchen…

Der eine Baustein ist zu groß, der andere zu klein,
der nächste hat nicht die passende Farbe,
dann fehlt ein runder, mal ein eckiger,
mal stellt man fest,
dass das Bauwerk, so wie es gerade aussieht
nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hat.
Man baut wieder ein paar Steinchen ab,
setzt andere dazu,
baut ein,
baut ab,
stellt um,
verkleinert,
vergrößert,
oder reißt sogar alles wieder ein
und fängt von vorne an.

Ein anderes Mal
kommt ein Sturm,
reißt Wände ein.
Oder es kommt jemand anderes,
der etwas dazu baut,
oder wegnimmt.
Und immer wieder
bauen wir weiter,
um etwas herum,
in etwas hinein.

Manchmal stelle ich mir das Leben wie eine Spielwiese vor,
und wenn ich es mir so vorstelle,
weitet sich der Moment,
ich sehe Möglichkeit um Möglichkeit
und Blumen, ja Blumen gehören ebenso dazu,
so mittendrin.

© A. Namer

Informationen zum Gedicht: Bausteine

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15.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Anita Namer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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