Auf einem alten Stein ..
Ein Gedicht von
jogdragoon
Auf einem alten Stein stand in verwitterter Schrift geschrieben:
„Die meisten Menschen wissen noch nicht einmal,
wann sie Angst haben sollten und wann nicht.
Eine Bedrohung kommt nicht immer mit einem lauten Knall,
einem Messer oder einer offensichtlichen Warnung.
Warnungen können auch Änderungen eines stabilen Zustandes sein.
Manchmal auch in einem schönen Kleid.
Andererseits ist Angst ein schlechter Ratgeber.
Ein bisschen Vorbereitung wäre jedoch schon ganz vorteilhaft,
wenn große Veränderungen anstehen !“
So hatte sie das Schicksal gewarnt:
Erst haben sie sich noch an ihrem schönen, bunten Antlitz erfreut,
dann hat es sie dahingerafft
und nur die Vorbereiteten überlebten“
*
Ein lustiger, kleiner Geist
erschien ihr und klagte,
ohne dass sie fragte,
dass er „Unerfüllte Liebe“ heisst
und lächelte dann
sie zärtlich, freundlich an.
Sie sagte: „Ich mich Deiner erbarme !“
und nahm ihn in die Arme.
Doch weil er verlogen war und dreist
hatte flugs ihre Seele er verspeist.
Doch da sie diese sowieso stets ignorierte
vermisste sie sie nun auch nicht !
Aus war’s mit dem Seelenlicht !
Und das war das, was dann passierte:
Sie spürte, dass wer um die Ecke schlich,
dunkel, groß und unheimlich.
Da half nunmehr kein Bedauern, keine Beichte.
Der wahre Tod kam und grinste,
da er sie nun erreichte.
© jogdragoon
Bibat ex me qui potest
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